In 99% der Gesundheitseinrichtungen wird Händehygiene-Compliance durch direkte Observation durchgeführt, welche ungenaue Daten liefert und hohe Personalkosten benötigt. Da stellt sich die Frage: Gibt es eine Alternative? Erfahren Sie hier, wie ein elektronisches Compliance-Beobachtungssystem präzise Datenerfassung ermöglicht und somit die tägliche Arbeit medizinischer Fachkräfte und Entscheidungsträger vereinfacht.

Welche Probleme ergeben sich bei der direkten Observation?

Statistiken zufolge übertreibt der sogenannte Hawthorne Effekt ermittelte Daten bis zu 300%. Der Hawthorne Effekt ist ein bekanntes Phänomen, dem zufolge die Wahrscheinlichkeit von Händedesinfektion dreimal höher ist, wenn sich das Klinikpersonal beobachtet fühlt. Da "anonyme Beobachter", die eine direkte Observation durchführen, nicht wirklich anonym sind, tendieren Mitarbeiter medizinischer Einrichtungen dazu, das gewünschte Verhalten, "vorzutäuschen". In der Folge liefern Krankenhäuser ungenaue Daten an die zuständigen Behörden und vermitteln somit ein stark verzerrtes Bild von Patientensicherheit.

Der Stichprobenumfang ist nicht repräsentativ.

Eine 30-Betten Station erfordert pro Monat ca.75 000 Händedesinfektionen. Davon werden jedoch nur  0,08%  der Desinfektionssituationen von den Beobachtern aufgezeichnet, da sie nicht rund um die Uhr - und nur für eine begrenzte Zeit - die Observation durchführen.

Fokus der Beobachter ist beeinflusst.

Das menschliche Erinnerungsvermögen ist selektiv und basiert sowohl auf bewussten Entscheidungen, wie auch auf unbewussten Glaubenssätzen. Wenn die Schwerpunkte des Observationsprogramms darauf ausgelegt sind, zu erfassen ob und wann Mitarbeiter ihre Hände desinfizieren, werden direkte Beobachter unbewusst eher die Situationen dokumentieren, in denen sich Mitarbeiter die Hände desinfiziert haben und seltener die Fälle in denen sie es vergessen haben.

Beobachter haben keinen vollständigen Einblick in Patientenzimmer.

Auch unter optimalen Bedingungen ist es Beobachtern nicht möglich, Behandlungsräume, bzw. Patientenzimmer, vollständig einzusehen. Somit bleiben viele desinfektionspflichtige Situationen unbeobachtet und unkommentiert.

Systemimmanenter Catch-22

Sowohl eine präzise Dokumentation, wie auch eine Verbesserung der Hygiene Situation sind mit direkter Observation unmöglich - ebenso unmöglich wie es ist, eine Sepsis mit einem Thermometer zu behandeln. Da Direktüberwachung durch Beobachter immer anonym abläuft, schließt dies eine direkte Ermahnung des Klinikpersonals zur besseren Hygieneanwendung aus. Was also macht es für einen Sinn, Schwachstellen in der Hygiene zu dokumentieren, wenn dies keine positive Verhaltensänderung bewirkt?

Es ist an der Zeit zu erkennen, dass es neue Technologien gibt, die der direkten Datenobservation bei Weitem überlegen sind. Elektronische Compliance-Beobachtung kann die oben genannte Probleme Ihrer medizinischen Einrichtung einfach und kostensparend lösen. Mittels Sensoren, die einfach an die Ausweise des Klinikpersonals angebracht werden, können sowohl der Hawthorne Effekt ausgeschlossen wie auch hohe Personalkosten für eine direkte Beobachtung gespart werden. Das automatische System erfasst Daten von 0-24 mit 96 prozentiger Genauigkeit. Das ermöglicht Ihnen, Schwachpunkte zu entdecken, gezielte Lösungen zu finden, und ihre Patienten vor nosokomialen Infektionen zu schützen.

 

  1. i) J.A. Srigley, et al.: Kvantificering af Hawthorne-effekten i overholdelse af håndhygiejneovervågning, ved hjælp af et elektronisk overvågningssystem: et retrospektivt kohorte studie. BMJ Qual Saf, 2014. 23(12): p. 974-80.
  2. Hagel, et al.: Kvantificering af Hawthorne-effekten i overholdelse af håndhygiejne ved en sammenligning af direkte observation og automatiseret håndhygiejneovervågning. Infect Control Hosp Epidemiol, 2015. 36(8): p. 957-62.