Die Technologie-Akzeptanzkurve ist praktisch auf nahezu alle Innovationsbereiche übertragbar. Ca. 2,5%  der Bevölkerung sind Erfinder oder Wegbereiter (Innovators) von Innovationen und ziehen großen Nutzen daraus die Ersten zu sein, wenn es um die Einführung von Neuerungen geht. Dem gegenüber steht jedoch auch ein gewisses Risiko, da Innovationen in der Frühphase häufig noch nicht hinreichend erprobt sind.

Nach umfassender technischer Weiterentwicklung ist das elektronische Handhygiene-Monitoring nun in eine Phase von allgemeiner Akzeptanz vorgerückt. Die neuen Verfahrenstechniken sind eingehend geprüft und erprobt, so dass das Risiko einer Anwendung gleich Null ist.

Keiner wird bezweifeln, dass es große Vorteile für Kliniken mit sich bringt, frühstmöglich auf den Innovations-Zug aufzuspringen, auch wenn die neue Verfahrenstechnik vielleicht keinen großen Spielraum mehr zur Optimierung bietet.

Dank Berichterstattungen über hohe Infektionsraten in den Medien, sowie Überlebensberichten in den sozialen Medien, sind Patienten heutzutage sehr viel kritischer. Letzteres zeigt sich zum Beispiel bei der persönlichen Wahl einer Klinik: Kliniken mit geringeren Infektionsraten wird dabei deutlich der Vorrang gegeben. Früher oder später werden wohl alle Krankenhäuser auf elektronische Handhygiene Systeme umstellen; aber im Interesse allgemeiner Gesundheitsfürsorge gilt auch hier „je eher desto besser“.

Darüber hinaus ist Marktabgrenzung ein wichtiger Schlüssel, wenn es darum geht, sich von seinen Konkurrenten zu unterscheiden. Wer heutzutage eine Nasenlänge und mehr voraus sein will, muss innovativ sein. Während viele Kliniken noch immer das veraltete System direkter Observation benutzen und weiterhin ungenaue Zahlen liefern, nutzen andere bereits die neuen elektronischen Monitoren, und leisten somit einen wirksamen Beitrag zur Bekämpfung nosokomialer Infektionen.

Im Gegensatz zu den veralteten Handhygiene Beobachtungssystemen beziehen die neuen elektronischen Systeme ihre Daten nicht aus Radio Frequenz Identifikation oder Gruppenstatistiken, welche lediglich der Überwachung und Berichterstattung dienten, jedoch in keiner Weise zu einer positiven Verhaltensänderung beitrugen.

Die moderne, elektronische Verfahrenstechnik ist sehr viel präziser und nutzbringender, da sie Klinikmitarbeitern mittels einer eingebauten Erinnerungsfunktion ein sofortiges Feedback liefert. Hier kann man zu Recht von einer echten Innovation sprechen, die eine positive Verhaltensänderung bewirkt und somit Leben schützt.

Fazit: Es ist nie zu früh, diese neue, bahnbrechende Technologie einzusetzen, und die Lorbeeren zu ernten!

 

Rogers, E. M. (2005). Diffusion of innovations. New York: Free Press.